Unser „Werkstattwagen“: Auto Union 1000 Universal

Aller Laster Anfang ist für uns dieser wunderschöne Auto Unio 1000 Universal. Heute stellen wir Ihnen in unserem Neuigkeiten-Magazin den Werkstattwagen der MOTORWORLD Manufaktur Berlin vor…

Einer der letzten seiner Art

Als wir nach einem passenden historischen Fahrzeug für unsere MOTORWORLD Manufaktur Berlin suchten, mussten wir nicht lange überlegen: ein Auto Union sollte es sein. Vorzugsweise ein Fahrzeug der frühen Wirtschaftswunderzeit. Schön anzusehen, aber auch mit Nutzwert. Ein aufrechter Werkstattwagen. Der Hintergrund unseres Wunsches ist schnell erklärt. Ehemals hatte die deutsche Auto Union in Berlin-Spandau, präziser: exakt auf unserem Gelände, einen Fabrikationsstandort. Hier auf dem Areal, wo wir unser Schrauberdorf planen sowie auf dem Gelände des Gewerbeparkes, der uns umgibt, wurden ursprünglich Fahrzeuge und Fahrzeugteile der Auto Union produziert. So war jene Sheddach-Halle, über die Sie hier in unseren Neuigkeiten schon einiges lesen konnten beispielsweise die Härterei für DKW- und Auto Union-Getriebeteile. Daraus rührt doch förmlich eine Verpflichtung, die Fahne für die Marke hochzuhalten. Meinten wir.

Wie es der Zufall wollte

Auto Union 1000 Universal - Motorworld Manufaktur Berlin
Der Markenbotschafter der Motorworld Manufaktur Berlin: ein sehr seltener Auto Union 1000 Universal

Bei unseren Recherchen stießen wir gleich auf die bekannten Fahrzeuge DKW 3=6. Jene rundlichen Zweitakt-Vertreter mit der sympathischen Schnauze. Was für jedoch noch interessanter erschien, war ein Fahrzeug des Typs „Auto Union 1000“. Und tatsächlich war der Nachfolger des „Großen DKW 3=6“ (Typ F94) das einzige Fahrzeug der Auto Union, bei dem als Marke der Hersteller und nicht DKW in Bezeichnung und Markenkennzeichnung genutzt wurde. Der Auto Union 1000 indes entsprach weitgehend dem DKW F94. Ein wesentlicher Unterschied fand sich mit einem stärkeren Motor mit 981 ccm unter der Haube. Zwischen Januar 1958 und Juli 1963 produzierte die Auto Union in ihrem Werk Düsseldorf 171.008 Limousinen und Coupés der Typen Auto Union 1000 und 1000 S. Ab 1959 kam eine Kombi-Variante hinzu, welche den Zusatz „Universal“ in der Bezeichnung hatte. Vom Typ Universal wurden im Jahr 1962 exakt 2.134 Fahrzeuge gebaut – und eben eins dieser seltenen Exemplare haben wir gefunden.

Nur Wenige haben überlebt

Auto Union 1000 Universal in der Alten Härterei, Berlin
Raum in der Halle: bereits mit geteilt umklappbarer Rücksitzbank: Auto Union 1000 Universal

Vor allen Dingen Verschleiß und Rostfraß rafften die Fahrzeuge dahin. Auch das abklingende Interesse an Zweitaktern ließen den Auto Union schnell in Vergessenheit geraten. Dementsprechend sind nur ganz wenige Exemplare von diesem braven Arbeitstier übrig geblieben und nur wenige fahrbereite Fahrzeuge dürften in Deutschland noch existieren. Sie haben aber ihren – nicht nur historischen Wert. Das amerikanische Auktionshaus RM Auctions veräußerte in 2012 im Rahmen der weltweit renommierten Amelia Island Auktionen gemeinsam mit Sothebys eine ganz ähnliche DKW-Variante aus dem Jahre 1958 für immerhin stolze 60.500 US-Dollar.

Auch „Segeln“ konnte er schon

Porsche hat 2011 bei der 911-Baureihe 991 den Begriff des „Segelns“ geprägt. Gemeint ist dabei ein automatisches Auskuppeln des Getriebes bei bloßem Rollvorgang. Dieser fehlende Kraftschluss wirkt sich verbrauchssparend aus. Tatsächlich hat die Auto Union mit der Funktion des Freilaufs eine ganz ähnliche Idee umgesetzt – nur das schon mehr als 60 Jahre zuvor. Betätigt wurde der Freilauf mit einem kleinen Hebel unter dem Lenkrad. Noch eine technische Besonderheit ist erwähnenswert: die Auto-Union-Frischölautomatik. Wir zitieren hierzu die Zeitschrift Oldtimer Markt aus dem Jahr 2012: „Die Frischölautomatik sollte die Schmierungsprobleme des Zweitaktmotors kurieren. Ölpumpen gab es auch bei Zweitaktmotoren, die ja eigentlich über das Öl im Kraftstoff geschmiert werden. Das blieb auch bei der von Bosch und Auto Union gemeinsam entwickelten Frischölautomatik so, allerdings wurde das Öl erst im Vergaser zugesetzt. Auf diese Weise entfiel einerseits das lästige Mischen von Öl und Kraftstoff an der Tankstelle, andererseits ermöglichte die Frischölautomatik eine Drehzahl- und lastabhängige Ölzufuhr. Damit sank der Ölverbrauch auf etwa ein Prozent des Kraftstoffs, und das Problem des Ölmangels bei langen Bergabfahrten gehörte der Vergangenheit an.“ Das liest sich bis hierhin doch ganz wunderbar. Leider gibt es noch einen Zusatz in dem Artikel: „Dafür hatten die stolzen Besitzer jetzt ein neues Problem: die Frischölautomatik, die unausgereift auf den Markt kam und zu sehr von präziser Bedienung abhing. Bedienungsfehler und ein sehr kalter Winter 1964 machten der Frischölautomatik den Garaus, bevor sie ihre Qualitäten entfalten konnte. Die wenigen verbliebenen Autos mit diesem System (vor allem DKW und Auto Union) zeigen, dass durchaus etwas dran war an dieser Idee.“ Glücklicherweise funktioniert diese Automatik bei unserem Weiß-blauen Exemplar anstandslos.

Neues Leben bis zur letzten Schraube

Denn unser Auto wurde in den Jahren 1987 bis 1991 von einem Liebhaber unter Verwendung der Originalteile komplett und in schier unfassbarer Akrebie neu aufgebaut. Motor, Getriebe, Elektrik, Fahrwerk – praktisch alles wurde sehr sorgfältig überarbeitet. Bis zu unserer Übernahme hatte der Wagen genau 779 Kilometer gelaufen. Wir dürfen dem Tachometer glauben schenken, denn er funktioniert tadellos. 1991 wurde das Fahrzeug von einem Gutachter mit dem Zustand 1 der FIVA Bewertungsregeln bewertet. Seitdem hat es lediglich regelmäßige Bewegungsfahrten bekommen. Der augenscheinliche aber auch technische Eindruck des Fahrzeugs ist ehrlich nur so zu beschreiben: „besser als neu“. Sogar das originale Radio ist noch vorhanden und funktioniert. Das Fahrzeug der MOTORWORLD Manufaktur Berlin ist unser fahrender Botschafter für unser Projekt „Schrauberdorf“ in Berlin-Spandau. Wir meinen, der Universal passt hervorragend zu unserem Projekt und wir freuen uns, dass wir „ihn“ haben. Wenn Sie unser Geschehen weiter verfolgen, versprechen wir, dass Sie ihn noch öfter zu Gesicht bekommen werden.

Und zum Abschluss: das Fotoshooting zu den hier gezeigten Bildern ist auch für uns etwas Besonderes. Denn das Fahrzeug wurde damals direkt von der Auto Union Berlin GmbH in der Cicerostraße 34 ausgeliefert. Damit ist er jetzt, nach 54 Jahren, wieder in seiner ersten Heimat angekommen und wird hoffentlich lange für Freude sorgen. Verdient hat er es!

MOTORWORLD Manufaktur Auto Union 1000 Universal Sitze

Die Daten unseres Auto Union 1000 Universal Werkstattwagen

Produktionsdatum: 06. April 1962
Übergabe an Vertrieb: 10. April 1962
Rechnung vom 12. April 1962 über DM 5.517,-
Erstzulassung: 15. Juni 1962
Farbstellung: Delfterblau / Antikweiß
Motor: wassergekühlter 3-Zylinder Zweitakt-Reihenmotor mit DKW Umkehrspülung
Hubraum: 981 ccm
Leistung: 44 PS bei 4.500 Umdrehungen/Minute
Getriebe: 4-Gang Getriebe mit schaltbarem Freilauf
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h

Vielen Dank an die Audi-Tradition für einige interessante Daten!

MOTORWORLD: Standorte mit Historie

Das aktuelle Bulletin, mittlerweile die Nummer 5, berichtet in seiner Titelgeschichte über einen weiteren Standort der MOTORWORLD Group: das ehemalige „Luftkreuz des Westens“, der Butzweilerhof im Kölner Stadtteil Ossendorf. Wie auch bei uns in Berlin entsteht hier derzeit ein neues Fahrzeug-Zentrum nach bewährtem Format der MOTORWORLD…

Große Geschichte(n)

„Köln / Rheinland“ wird dieser MOTORWORLD Standort heißen. Und auch wie unser Areal in Berlin oder der erste Standort in Böblingen bei Stuttgart schwingt auch hier große Geschichte mit. Das ist die Titelgeschichte, den fünften Bulletins, den wir Ihnen heute zur Lektüre empfehlen. Danach wird das Feld des Butzweilerhofes erstmals im Jahre 191o Schauplatz damals noch waghalsiger Flugversuche. Mit selbstgebautem Fluggerät unternahm ein gewisser Jean Hugot die ersten – nun, sagen wir „Hüpfer“ – durch die Lüfte. Schon zwei Jahre später entstand hieraus der Flughafen Butzweilerhof, seines Zeichen „Kaiserliche Flugstation und Flugschule“. Auch Manfred von Richthofen, der spätere „Rote Baron“ startete und landete auf der 256 Meter langen Piste. Der „Butz“ entwickelte sich weiter und wurde auch durch den zweiten Weltkrieg kaum beschädigt. Später diente das Gelände der Bundeswehr als Medien- und Informationszentrum, bevor das Areal 1988 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Und tatsächlich ist der Butzweilerhof nach Berlin-Tempelhof die größte in Deutschland noch erhaltene Flughafenanlage aus den Dreißiger Jahren. Das Gelände wird nun für die MOTORWORLD aufwändig saniert und so wird ab 2017 hier ein weiterer Standort für junge und in Würde gealterte Fahrzeugklassiker eröffnen. Die ganze Story über dieses faszinierende Projekt lesen Sie ihm Bulletin Nummer 5.

Weitere spannende Geschichten machen die Ausgabe rund: ein Porträt über den Studebaker Avanti etwa oder die skurrile Geschichte der Fahrzeuge im Maßstab 1:2 der Group Harrington. Dazu gibt es wie immer neue Termine, Produktvorstellungen aus der Welt des Automobils, Motorräder mit Twist, aktuelle Berichte aus der MOTORWORLD Region Stuttgart und noch ein Feature über die Designschmiede Zagato. Wir meinen: lesenswert und wünschen viel Spaß dabei!

Hier geht es zur Edition 5 >

2. April: Angrillen auf dem Manufaktur-Areal

Schon mal vormerken bitte: Wir wollen mit Euch und Ihnen in die Saison starten! Sobald der Winter vorbei ist – genau genommen am 2. April ab 15:00 Uhr auf unserem MOTORWORLD Manufaktur Areal, dem zukünftigen Berliner Schrauberdorf, in Berlin-Spandau am Zitadellenweg. Altes Blech und gute Laune bitten wir mitzubringen. Bier und Bratwurst für je einen Euro gibt es bei uns…

Grillfest, das Zweite!

Ja, es hat sich einiges getan seit letztem Herbst. Am 31. Oktober 2015 hatten wir kurzerhand zu einem ersten Grillfest auf unser Areal eingeladen und die Resonanz war trotz der herbstlichen Jahreszeit super. Das wollen wir gerne wiederholen und erneut mit Euch und Ihnen auf die Saison 2016 und unser Projekt „Schrauberdorf“ anstoßen. Erwartet aber bitte kein gesetztes Essen, sondern Bratwurst vom Grill und das Bier in die Hand. Dazu ein Plätzchen am Havelufer. Kommt vorbei, schaut Euch um und fühlt Euch wohl!

Anreisetechnisch ist altes Blech gerne gesehen, ob auf vier, drei oder zwei Rädern. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. So – und wer es sich gerade nicht aufschreiben kann, dem geben wir folgenden Merkspruch auf den Weg:

„Am Zwoten Vierten Zwanzig-Sechszehn ab Fuffzehn Uhr,
gibt´s Bier und Wurscht in der MOTORWORLD Manufaktur!“

Gerne weitersagen – und: eine kurze Anmeldung zum Grillfest per Mail und mit Teilnehmerzahl wäre für unsere Planung hilfreich. Dankeschön!

Bild des Tages: Baumzählung

Alle Bäume stillgestanden, jetzt wird abgezählt! Und präzise Inventur geführt. Denn wir wollen den Baumbestand auf unserem rund 30.000 Quadratmeter großen Inselareal erfassen, um ihn nach Möglichkeit zu erhalten. Denn Bäume und Natur gehören zu unserem Schrauberdorf, machen den Ort erst zu dem, was er ist. Und deswegen haben wir nun alle erhaltenswerten Bäume auf unserem Areal in unser „Baumbuch“ eingetragen…

Baum, Du bist erfasst!

Exakt 102 Stück Bäume haben wir auf dem Neubaugebiet der zukünftigen MOTORWORLD Manufaktur gezählt, mit Plaketten versehen und mit den entsprechenden Gesundheitsvermerken im Bestandsbuch aufgenommen. Laubbäume zumeist, manche schon ein paar Jahrzehnte alt. In wenigen Wochen werden sie ihr erstes Grün treiben und uns eine noch buntere Vorstellung geben, wie schön die Lage an der Wasserkante doch ist. Im Sommer werden sie Schatten spenden und uns im Herbst mit buntem Laub daran erinnern, dass man die Schrauberprojekte doch besser unter einem festen Dach fortsetzen sollte. Bis dahin ist glücklicherweise noch reichlich Zeit, aber auch noch viel zu tun. Ausdrücklich auch für uns, denn bevor wir mit dem Bauen beginnen können, sind noch ein paar wichtige Schritte zu nehmen. So wie die Abstimmung mit Gutachtern und Ämtern zum Umgang mit den Bäumen, die wir aufgrund von Krankheit, Pilzbefall oder Verkehrssicherung ersetzen müssen.

Also: weiter geht es! Für Sie auch gerne hier in unserem Neuigkeiten – Magazin.

Passend zur BMT: Schrauber-Gemeinde auch auf zwei Rädern

Offen fuer Neues: das sind wir aus Ueberzeugung. Denn unser Berliner MOTORWORLD Manufaktur Projekt am Zitadellenweg richtet sich mit bezahlbaren Werkstattraum ganz bewusst an Schrauber nicht nur von Autos, sondern auch an Freunde von Motorrädern, Rollern, Fahrrädern oder Booten. Das kommt in der Motorrad-Szene offenbar an, wie wir kürzlich lesen durften…

Neue Möglichkeiten fuer Motorrad-Schrauber

Warum sollte es in Fahrzeugzentren immer nur um Autos gehen? Zweiräder sind doch mindestens genauso reizvoll, oder? Wir schätzen Vielfalt und haben darüber mit der Motorrad-Szene gesprochen. Zum Anlass der am kommenden Wochenende anstehenden Berliner Motorrad Tage haben wir den Artikel noch einmal gesichtet:

Unsere Vision: Handwerk der „guten alten Zeit“ lebt in unserer Manufaktur neu auf: Karosserie- und Motorenbauer, Sattler, Stellmacher, Lackierer, Mechaniker und „passionierte Bastler“ reparieren, pflegen und warten in neuen und historischen Gebäuden mobile Schätze aus der Region Berlin-Brandenburg. Dabei legen wir Wert auf Bezahlbarkeit und hohen Nutzen. Gemeinsam mit der richtigen Mischung an engagierten Schraubern wollen wir ein lebendiges Schrauberdorf schaffen. Fuer und mit Liebhabern von Fahrzeugen aller Art. Interesse, dabei zu sein?

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Bild des Tages: der Putz muss runter!

Alles nur Fassade? Von wegen! Hinter dem Putz der letzten Jahrzehnte kommt in der ehemaligen Auto Union Halle eine massive Ziegelmauer zum Vorschein. Wir fühlen uns wie ein Fahrzeug-Restaurateur, der nach unzähligen Lagen Spachtelmasse auf intaktes Blech stößt…

Den wahren Kern freilegen

Wer kernsaniert, muss erst einmal bis dahin durchdringen: zum Kern. In unserem Falle heißt dies, dass wir nach Demontage der alten Leitungen, Anlagen und Trockenbauwände der historischen Auto Union Halle auf die Wände rücken. Und als wir diese in augenscheinlich gutem Zustand vor uns haben, schlägt das Herz höher. Denn wir ahnen, wie ansprechend dieses Mauerwerk einmal aussehen wird, wenn die Sanierung in die aufbauende Phase übergeht und wir die Halle so herrichten, wie es unser Konzept vorsieht: ein großzügiger und lichtdurchfluteter Raum! Bis dahin ist noch einiges zu tun. Der Schimmel muss raus, die Bodenplatte begradigt und das Tragwerk des Sheddaches ertüchtigt werden. Und erst wenn dieses vollständig abgedichtet und die Scheiben erneuert sind, kann es darunter weitergehen. Das ist fraglos noch ein längerer Weg. Macht nichts. Wir gehen ihn!

Benötige Sie eine Halle von etwa 2.000 qm zur Einrichtung einer Manufaktur, für Ausstellung oder Handel? Noch sind die Flächen nicht vergeben und wir freuen uns auf interessante Konzepte für das historisch wertvolle Gebäude auf unserem Inselareal. Hier Kontakt aufnehmen.