Manufaktur Rolls-Royce zum Zweiten!

Der Rolls-Royce Silver Shadow der Motorworld Manufaktur - ein rostiges Kunstwerk

Wir gestehen: Auch wir können uns der Faszination eines Rolls-Royce nicht entziehen. Ok, für den großen Phantom hat unser Budget nicht gereicht, aber ein 1978er Silver Shadow II ist auch ein schöner Klassiker. Und große Kunst!

Der Rost gehört dazu

Rostiger Rolls-Royce Silver Shadow - bei der Motorworld Manufaktur zu finden

Und das meinen wir so. Vermeintliche Connoisseurs mögen sich nun zwar irritiert abwenden. Doch wir legen nach: Sie werden keine Blechpartie ohne Rost an unserem Royce finden! Dennoch läuft unser Silver Shadow ganz ordentlich. Wie das zusammen geht, bleibt vorerst sein und unser Geheimnis. Seinem Charme jedenfalls konnten wir nicht widerstehen. Und so haben wir ihn – ganz ohne vorherige Kaufabsicht – auf den Oldtimertagen Fürstenfeldbruck  erstanden. Unser Berliner Veredler Uwe Graf hat noch auf der Berliner Oldtimermesse Motorworld Classics unser Logo aufgebracht und so nennen wir jetzt einen formidablen Werbeträger unser eigen.

Nachtarbeit: Uwe Graf aus der Motorworld Manufaktur veredelt den Rolls-Royce Silver Shadow auf der Motorworld Classics 2017
Von automobilem Hochadel und dennoch keineswegs elitär. Passt er doch perfekt zu unserer Motorworld Manufaktur – oder nicht?

Arbeitseinsatz: Uwe Graf aus der Motorworld Manufaktur veredelt den Rolls-Royce Silver Shadow auf der Motorworld Classics 2017

Also, wenn das kein Kunststück ist…

Heißes Thema in der Oldtimer-Szene: „Echt oder gefälscht?!“

Bühnendiskussion auf der Motorworld Classics Berlin: Alexander Gregor, Martin Stromberg, Peter Deuschle, Dr. Götz Knoop, Ansgar Klein vlnr.

Absolut authentisch oder frecher Fake? Diese Frage stellt sich für viele Oldtimer-Kaufinteressenten nicht nur mehr nur bei Hochpreis-Klassikern wie Vorkriegs-Bugatti, Alfa Romeo GTA oder Porsche RS. Auch „Brot-und-Butter Autos“ sind betroffen. Eine Diskussionsrunde mit Experten suchte auf der dritten Motorworld Classics Berlin nach Klarheit. Und fand im Palais am Funkturm Ratschläge für Kaufinteressenten und Oldtimer-Liebhaber …

Diskussionsrunde Motorworld Classics Berlin mit Deuschle, Stromberg, Koop, Klein und Gregor

„Von ehemals 24 gebauten Mercedes-Benz SSK sind noch 123 existent.“

Wohlgemerkt: das gilt zum jetzigen Zeitpunkt. Vielleicht kommen in den nächsten Jahren noch ein paar dazu. – Was immer wieder gerne als das Paradebeispiel für das heiße Thema „gefälschte Fahrzeuge“ angeführt wird, beschreibt ein Phänomen, welches mittlerweile längst nicht mehr nur das Hochpreissegment betrifft. „Gefährdet sind praktisch alle Baureihen unterschiedlicher Hersteller, die attraktive und begehrte Top-Modelle hervor brachten“, stellte Peter Deuschle, Gutachter für klassische Fahrzeuge anlässlich einer Podiumsdiskussion auf der diesjährigen Motoroworld Classics Messe Berlin gleich zu Beginn der Expertenrunde klar. Alexander Gregor von der Motorworld Manufaktur moderierte die Diskussion am Freitag, den 6. Oktober und holte sogleich Martin Stromberg, geschäftsführenden Gesellschafter von Classic Data in den Kreis: „Grundsätzlich reden wir bei der Oldtimerei unverändert um ein seriöses Hobby. Leider nur haben die Wertsteigerungen von gewissen Fahrzeugen zu viele Menschen mit zu viel Geld auf den Plan gerufen, die von der eigentlichen Materie wenig bis gar keine Ahnung haben. Das ruft dann leider Betrüger auf den Plan, was wiederum der gesamten Szene schadet.“ Denn auch besonders beliebte Fahrzeuge im unteren Preissegment fielen Fälscher zum Opfer: etwa Golf I GTI oder NSU Prinz vs. TT.

Beachtliche Bandbreite von Schäden

Der komplette Identitätswechsel eines Fahrzeugs dokumentiert dabei allerdings bereits einen Fall, der von erheblicher krimineller Energie zeugt. Am anderen Ende des Spektrums stehen schlicht unwahre Zustandsbeschreibungen, gefälschte Wartungseinträge, verschleierte Modifikationen oder auch Manipulationen am Tachometer. Bewusst vorgenommen sind dies eindeutig keine Kavaliersdelikte, sondern Handlungen, die auf Betrug ausgelegt sind. Hieraus resultieren letztlich Vermögensschäden, weil die Abweichung vom tatsächlichen Zustand sich ganz ganz erheblich in harten Euro auswirken kann. Die Bandbreite reicht dabei von einigen Hundert oder Tausend Euro bis hin zu siebenstelligen Beträgen – je nach Objekt und Ausmaß der Fälschung. Eine Zeche, die der gutgläubige Käufer zahlt. Und im Falle des bösen Erwachsene, nach Schlichtung oder langwierigem Rechtsstreit manchmal auch vom Verkäufer oder Händler mit zu tragen ist.

Man darf alles verkaufen, solange …

Wie also damit umgehen? Ansgar Klein, geschäftsführender Vorstand vom Bundesverband freier Kfz-Händer e.V., formulierte seine Händlersicht so: „Man darf grundsätzlich alles verkaufen, muss es nur richtig beschreiben.“ Dazu gehöre dann auch, etwaige „Identitätsprobleme“ klar zu benennen. „Ich kenne eigentlich niemanden, der sich über einen unechten Alfa Romeo GTA oder Junito mit 2,0-Liter Motor beschwert, solange der Eigentümer damit offen umgeht“, stimmte Stromberg zu. Doch wenn diese Ehrlichkeit fehle, befinde man sich inmitten des Problems. Das bloße H-Kennzeichen oder ein einfaches technisches Gutachten reiche im Ernstfall kaum aus, die exakte Identität des Fahrzeugs zweifelsfrei zu bestimmen, entgegnete Dr. Götz Knoop, Automobil-Jurist und DEUVET Vizepräsident. Wenn dann noch mit gehöriger krimineller Energie Fahrzeugpapiere, ganze Historien, wesentliche Teile, Identnummern und am Fahrzeugrahmen eingeschlagene Typnummern gefälscht werden, wird es selbst für ausgewiesene Experten einer Baureihe gelinde gesagt anspruchsvoll. Immer wieder sollen auch so geklaute Fahrzeuge nachträglich mit einer „ blitzsauberen“ Fahrzeuggeschichte ausgestattet werden, um sie dann wiederum vermeintlich ohne Rechtsmangel veräußern zu können. Ganz nebenbei berge dies eine weiter Gefahr: „Wer wissentlich ein solches Auto erwirbt und fährt, ist noch lange nicht der rechtmäßige Eigentümer“ sagt Knoop. Hier drohe die nachträgliche Herausgabe als nachträgliches Risiko. Bei bekannt gewordenen Totalfälschungen könne zudem die Fahrzeugzulassung auf dem Spiel stehen.

Drum prüfe, wer sich bindet. Gründlich!

Wie aber kann man sich als Käufer denn vor Fahrzeugschwindel und handfestem Betrug wehren, wollte Alexander Gregor wissen. Hier war sich die Runde schnell einig: Je attraktiver das Fahrzeug und Angebot, desto mehr Vorsicht sei angezeigt. Die Kurzformel lautet: „Kritisch sein, alles prüfen und viel Recherchieren!“ Die Einschaltung eines unabhängigen Gutachter ist empfehlenswert – natürlich vor dem Kauf! Und Achtung: die Gutachter-Bezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt. Idealerweise wendet man sich an einen vereidigten, vielleicht sogar öffentlich bestellten Gutachter, der einen entsprechenden Ruf genießt und diesen kaum verlieren möchte. Dabei nicht nur auf die technische Überprüfung des Fahrzeugs achten. Die akribische und gern auch mehrfache Überprüfung der absoluten Übereinstimmung von Fahrzeug und Papieren (Sichtwort: Tippfehler bei Fahrgestellnummern o.ä.) ist ein weiteres Muss beim Check vor dem Kauf. Auch eine Überprüfung von Fahrzeugen in Fahndungsdatenbanken helfe, ein Auto ohne Rechtsmangel zu erwerben. Ein guter Verkäufer sollte hierbei immer helfend zur Hand gehen und selbst für Transparenz sorgen. Auch er schützt sich damit vor späterer Haftung und Regress. Ein guter Händler weiß sowieso: bei überschnellem Handeln folgt auf den Kaufrausch zumeist die Kaufreue. Wenn dann noch Sachmängel im Raum stehen, ist der Rechtsstreit programmiert. Martin Stromberg hat einen abschließenden Appel an die gesamte Szene: „Betrachtet alte Autos wieder mehr als Hobby, denn als Investment. Damit ist allen geholfen.“

Sogar denjenigen, die sich auf dem Oldtimer-Olymp umsehen dürfen, wie etwa bei besagten SSK-Modellen…


Das Thema interessiert eine Menge Leute rund um die Oltdimerei. Wohl auch deswegen wurde der Bericht mittlerweile von drei anderen Magazinen veröffentlicht:

 

Berlin: Rolls-Royce, zum Ersten!

Rolls-Royce Phantom Ausstellung am Berliner Kurfürstendamm - handwerkliche Tradition, die man auch in der Motorworld Manufaktur Berlin finden wird

Wer derzeit über den Berliner Kurfürstendamm schlendert, sollte an der Ecke Uhlandstraße innehalten. Im Berliner BMW-Haus ist derzeit die Konzernmarke Rolls-Royce zu Gast. Mit der „Phantom-Story“ …

Seit dem 1. Oktober gastiert das Phantom in Berlin.

Rolls-Royce Showroom am Berliner Kurfürstendamm

Anlässlich der Einführung der achten Generation des Rolls-Royce Phantom öffnet noch bis Januar 2018 das temporäre Rolls-Royce Studio im BMW-Haus am Kurfürstendamm 31. Gezeigt werden rundum beeindruckende Exponate der Marke: alle sieben Phantom-Generationen.

Phantoms: Das sind die ganz großen Wagen – von Kaisern und Königen. Unter den gezeigten historischen Modellen befindet sich unter anderem der Phantom IV von Sultan Sir Mohammed Schah, Aga Khan III. Rolls-Royce notiert dazu: „Das aristokratische Fahrzeug stammt aus den frühen 1950er-Jahren und verfügt über zahlreiche maßgeschneiderte Elemente, darunter Sitze aus kostbarem roten Connolly-Leder, eine verborgene silberne Bürste nebst Kamm sowie ein eingebautes Diktiergerät und ein vollständiges Picknick-Set.“ Beeindruckend: ein Rolls-Royce mit dazugehörigem Kamm.

Das muss neudeutsch „Bespoke“ sein.

Rolls-Royce zeigt sieben Generationen des Phantom am Kurfürstendamm in Berlin - die Motorworld Manufaktur sieht sich das gerne an

Und richtig: die feine Tailor-made Abteilung ist ebenfalls zu Gast in Berlin und demonstriert am mittlerweile achten Phantom, was alles so möglich ist. Liebe Manufaktur-Freunde: das sollten wir uns ansehen. Und sei es nur zur handwerklichen Inspiration.