Monet oder Motorworld?

Giverny oder Berlin? Wir wollen hier nicht als Kunstbanausen auftreten, doch irgendwie erinnert uns dies Motiv der denkmalgeschützten Inselbrücke zum Areal der Motorworld Manufaktur Berlin an die weltberühmte Szenerie der japanischen Brücke über den Seerosenteich im Garten von Giverny. Gemalt etwa 1899 vom französischen Meister-Impressionisten Claude Monet.

Anmutung und Farben ähneln einander.

Sogar die Seerosenblätter stimmen. Dicht an dicht bedecken Sie das grünlich schimmernde Wasser. Ist das nicht identisch? Nein, unser Foto entstand auf dem Gelände der Motorworld Manufaktur Berlin ganz ungeplant an einem Spätsommertag im Jahr 2017. Wir haben von Osten aus fotografiert. Claude Monet malte die eigens für ihn gebaute japanische Brücke in seinem Seerosengarten in Giverny von Westen aus. Seine Brücke ist geschwungen, unsere gerade. Und doch ist es ein Thema: der Brückenschlag über Wasser, mit unzähligen Seerosen darunter. Eingerahmt von grünem Laub.

Die Konstrukteure der gut zwanzig Meter langen einspurigen Brücke dürften sich dennoch kaum vom französischen Impressionisten Claude Monet inspiriert haben lassen. Ihnen ging es vielmehr darum, eine Querung über den sogenannten „westlichen Anzugsgraben“ zu schlagen. Mit einer Brücke, die durchaus imstande war, beladene Fuhrwerke und Fahrzeuge zu tragen. Daher kam auch keine geschwungene Form, sondern nur eine gerade Fachwerkbrücke mit ebener Durchfahrt in Betracht. Entsprechend stabil mussten die seitlichen Stützkorsette des Überbaus ausgeführt werden. Auch kommt unsere Brücke ohne Mittelunterstützung aus. Das bedeutet, dass die Lasten auf der Fahrbahn vom Überbaue, dem Fachwerk an den Unterbau und von dort direkt in die Widerlager am Erddamm geleitet werden.

Die historische Brücke als Zufahrt zur Motorworld Manufaktur Berlin ist sehenswert
Motorworld Manufaktur Berlin:  Zufahrt über die historische Brücke

Dass dieser Brückenschlag vor über 100 Jahren ausgesprochen kunstvoll gelang, freut uns heute umso mehr. Auch weil die eiserne Konstruktion mit ihrer Ästhetik ein authentischer Zeitzeuge und nicht zuletzt wunderbares Entree zu dem Gelände der zukünftigen Motorworld Manufaktur Berlin ist.

„Neuer Brückenschlag“

Die Jahrzehnte sind an dem Bauwerk natürlich nicht spurlos vorübergegangen: obwohl die Brücke aus der guten alten Zeit solider wirkt, als manch moderne Brückenquerung aus Beton, trägt sie trotz der bereits erfolgten Sanierung nur 16 Tonnen – dementsprechend arbeiten wir mit Hochdruck an anderen Überfahrten, so dass während der Bauphase auch schwere Lkw auf das Inselareal gelangen. Damit wird es uns gelingen, die historisch wertvolle Brücke zu erhalten.

Sollten Sie also später einmal die Motorworld Manufaktur Berlin besuchen, werden Sie unweigerlich über diese Brücke kommen. Und wenn Sie dann über das Inselareal unserer Motorworld schlendern und ganz plötzlich an Claude Monet und seinen Garten in Giverny denken, dann wissen Sie warum.